Montag, 7. August 2017

Neugier

7. August ■ Svetogorsk - Выборг/Wyborg (70 km)

Strecke: 
14 km auf Sand-Schotter-Straße, 
46 km auf mäßig befahrene Landstraße
10 km im fließenden Stadtverkehr
überdimensionale Schlaglöcher, Pfützen und Unebenheiten sind die Regel

Profil: wellig - hügelig

Startklar
Wetter: 
ideal 

Wir bummelten am Morgen gewaltig und so verpassten wir die eigentliche Frühstückzeit bis 9 Uhr. 

Zeitversetzt
So fiel es kurz und einfach aus. Das Positive der Situation - wir waren schnell und holten die "verlorene" Zeit auf. Denn wir waren neugierig auf das, was uns erwartet. 

Wie immer meiden wir gern die Hauptverkehrswege und wählten den Schleichweg durch die Pampa. 

In diesem Falle immer entlang des Flusses Vuoksi. Der Sicherheitsdienst am Kraftwerk sah uns schon von weitem kommen und fragte, wer wir sind und nach unserem Ansinnen. Sobald sie aber merken, dass man russisch spricht, hellen sich die Minen auf. Auch spüren wir die Neugier und die ungläubigen Blicke als kämen wir vom Mond oder ähnlich wie im Zoo. Vor allem in den spartanisch besiedelten Gegenden grüßen auch viele sehr warmherzig.
Denkmal für gefallene Panzersoldaten

Dinerzeit
Als wir nach einigen Kilometern genug von Schotter und Pfützen hatten, schwenkten wir auf die Hauptstraße. Diese hatte überwiegend einen ca. halbmeterbreiten unbefestigten Randstreifen, auf den wir ausscherten, wenn von hinten LKWs herandonnerten bzw. bei Gegenverkehr. Der einzige Radfahrer, den wir heute sahen, fuhr auch auf dem Seitenstreifen.

Uns fiel auf, dass hier im Großen und Ganzen 3 Typen von Autos unterwegs sind. Das sind zum einen die, die in Deutschland kein TÜV mehr zulassen würde; stinkend, qualmend, verrostet bis zum get no und klappernd. Kaum dass sie noch den Berg nach oben schaffen; LKW's, Busse wie PKW aus Sowjetzeiten. Die sogenannte Mittelklasse ist meist auch schon in die Jahre gekommen und angeschnuddelt. Und dann die anderen: Nobelautos; je größer desto besser und möglichst deutsch. Alle teuren Marken sind beliebt.

Im Gebiet von Wyborg, welches früher finnisch war (Wiipuri), fanden Juni/Juli 1944 Kämpfe statt. An die Tausenden von gefallenen sowjetischen Soldaten erinnern gepflegte Denkmäler.

In der Stadt angekommen, hatte sich Sandi schon auf die Übernachtung im Hotel "Fledermaus" gefreut; mitten in der Innenstadt. Das hatten wir im Vorfeld Online entdeckt, aber nicht fest gebucht. So war leider jemand schneller. Sandi war "angefressen", denn die Folge war eine zeitraubende Sucherei vor Ort. Schließlich war das Hotel "Northcrown" auserwählt, aber längst nicht an das andere heranreichend.
Abendsonne

Wyborg selbst hat viele Attraktionen zu bieten; Gebäude aus dem Mittelalter, schöne Parks und die Spielplätze für Kinder sind liebevoll russisch. Die meisten Wohn- und Geschäftsbauten sind auch hier der krasse Gegensatz; nichts für das (deutsche) Auge.

Zum Abendessen suchten wir uns den "Runden Turm" in der Altstadt aus. Er stammt aus dem 15. Jahrhundert und seine mittelalterliche Architektur ist liebevoll restauriert. Als Begleitung gab es stilvolle Tanzmusik, wenn auch etwas zu laut.

Auch ein Moskauer Eis durfte heute nicht fehlen. Achtung, Kalorienfalle.