Sonntag, 6. August 2017

Россия

6. August ■ Helsinki - Imatra (Zug) - Светогорск / Svetogorsk (28 km)

Ausgetrocknete Imatra-Wasserfälle 
- der Fluss fließt durch ein Kraftwerk
Strecke:
Intercity bis Imatra,
danach mäßig befahrene Straße

Profil: 
flach

Wetter:
15°C, trocken und grau, selten Sonne

6 Uhr 30 kamen wir nach einer kurzen, aber bequemen Nacht in Helsinki an.

Noch hatten die Frühstückscafés geschlossen. So war genügend Zeit unsere weiteren Wünsche mit den verbindungstechnischen Möglichkeiten abzustimmen. Wir überlegten, ob wir ohne eigene Muskelkraft Richtung Petersburg fahren.

Dafür  gibt es diese Möglichkeiten: 
Fähre - fährt selten, teuer
Zug - 3x täglich, auch teuer
Bus - für uns die beste Option

Oder auch einen Teil der Strecke radeln?
В России

Über die Grenze radeln; das klingt gut. Deshalb kam Andi darauf, mit dem Intercity 250 km nach Imatra zu fahren. Diese Stadt liegt nordöstlich, direkt an der russischen Grenze.

Also beeilten wir uns mit dem recht spartanischen Frühstück und waren gegen 10 Uhr am Bahnhof zurück; 3 Stunden später schon in Imatra. Mit der finnischen Bahn fährt es sich phantastisch.

Светогорск
Zum Abschluss gab es das letzte "finnische" Mittag in "unserer" Pizzeria mit russischer Speisekarte, schon mal zur Eingewöhnung ;). Es gab Kebab. Klingt paradox, ist aber so.😉.

Reichlich Auswahl
Kulturhaus in Svetogorsk
Etwa 14 Uhr an der Grenze angekommen, war die Grenzabfertigung selbst ein "Erlebnis". Es werden, so schien es uns, gute Russischkenntnisse vorausgesetzt (zum Glück war das kein Problem) und die Bürokratie inkl. Zetteln, Stempeln und Deklarationen hat sich seit Sowjetzeiten nicht geändert. Hier, so ist das Gefühl, wird der "überlegene" Status ausgenutzt, um zu zeigen, was wir für "kleine Würstchen" sind, um nicht zu sagen schikaniert.

Kriegsdenkmal
Versteckt & verwildert
Andis Russischkenntnisse überraschten und glätteten die Wogen ein wenig. Aber auch auf finnischer Seite herrschte ein harscher, belehrender Umgangston. Zunächst steuerten wir eine völlig falsche Reihe an und wurden darauf straff hingewiesen. Dann fuhren wir in der falschen (rechten) Spur und wurden angeraunzt nach dem Motto: Bei finnischen Grenzkontrollen herrscht Linksverkehr, wie kann man das nicht wissen...? Eigentlich eine Lappalie. Insgesamt eine lehr- und aufschlussreiche Stunde.

-Paper International-
10? m hoch - 
Holzspäne
Das einzige Hotel in Svetogorsk ist für den bezahlten Preis ok. Unser Restaurantbesuch war mit Vor- und Nachspeise inkl. Getränke für 20 € sehr preiswert. Momentan beträgt der Wechselkurs  1:70.

Bei einer kleinen Stadtrundfahrt bekamen wir erste Eindrücke: Die Läden haben hier rund um die Uhr geöffnet. Das Angebot ist "westlich". Es gibt viele uns bekannte Marken neben den einheimischen Produkten. Die Preise sind nach unserem Maßstab mehr als günstig.

Die Stadt selbst ist grau und trist, die Wohnhäuser heruntergekommen. Hier existiert ein Geruch, der an eine große Kantine erinnert und gerade Weißkohlsuppe gekocht wird; etwas unangenehm. Ein großes amerikanisches Papierwerk (Paper International) dampft vor sich hin und ist wohl größter Arbeitgeber hier.