Freitag, 4. August 2017

2000

4. August ■ Karigasniemi - Inari  (105 km)

Aufbruch
Strecke:
mäßig befahrene "Nordkapfahrer"-Straße 92
einige Baustellen über 20 km, unbefestigte und asphaltierte Abschnitte wechselten sich ab
20 km E75, die größte Nord/Süd-Verbindung

Profil:
hügelig

Wetter: 
14°C, grauer und bedeckter Himmel mit tendenzieller Besserung, trocken

Verschnaufpause nach dem 10%-Berg und
aller 5 Minuten blinzeln, ob ein Auto kommt ;-)
Früh sah es bei Sandi nicht wie Lust für eine Weiterfahrt aus, eher wie weiter schlafen ... mit müde, grau, kalt und feucht könnte man die Situation bzw. das Gefühl bezeichnen. Ihre Nächte sind häufig durch die Helligkeit recht kurz, was sie nicht als störend empfindet, aber morgens eben eine gewisse Antriebsschwäche auslöst.

Unterwegs auf der 92
So fuhren wir auch kurzerhand nicht über Angeli, ein 50 Einwohner zählendes Samidörfchen am weglosen Lemmenjoki- Nationalpark gelegen. Wir hatten keine Lust auf 120 km unbefestigte Straße und eine Nacht Wildnisschlafen bei Regen.

Diese Entscheidung war wohl richtig für uns, denn die 92 bot alles, was unser Herz begehrte: "knackige" Steigungen, "Schwunghügel", bei denen man soviel Tempo hat, dass man die anschließende Steigung mühelos schafft (die sind die besten und machen richtig Spaß), endlose Geraden, auch mal paar nicht allzulange Schotterabschnitte, tolle Landschaft und kaum nervigen Straßenlärm.

Links und rechts der Straße war die momentan gewohnte, herrliche Wildnis, die noch größte existierende in Europa.

Heute begegneten wir sovielen Radfernfahrern wie selten.

Diese Kreuzung kennen wir
(hier fuhren wir 2014 nach Utsjoki)
Noch wenige Kilometer bis Inari
Diese Gelegenheit nutzt die Mehrheit um ein kleines Päuschen und Schwätzchen einzulegen: Wo kommst du her? Wo geht es hin? Woher kommst du? Wie war das Wetter bisher? Und die Räder werden begutachtet. Heute z.B.  2 symphathische Engländer mit Rennrädern, Vater und Sohn. Der Sohn, Anfang 30 schätzen wir, ist sehr weltgewandt. Konnte aufgrund längerer Zeit in Österreich und Deutschland akzentfrei Hochdeutsch. Das wurde aber erst nach einer ganzen Weile der englischen Kommunikation deutlich. Er war schon mehr als 10000 km in Europa unterwegs, bevor sein Vater ab Helsinki mit ihm fuhr. Ebenso noch junge deutsche Männer. Sie alle wollen zum Nordkap.

Die letzten Kilometer des Weges auf der E75 nach Inari zogen sich etwas zäh dahin; waren auch wegen des schnelleren Verkehrs nicht so prickelnd.

Nachdem wir wieder in frischen Klamotten steckten, gab es abends noch eine sehr leckere Pizza in dem uns schon bekannten Szenelokal.

Die Temperatur in °C war nur halb so hoch wie vor 3 Jahren😑.