Montag, 31. Juli 2017

Kalt und öde - eine Straße im Nirgendwo

31. Juli ■ Hetta - Kautokeino  (77 km)

Strecke:
asphaltiert 

Straße 93 nach N folgend
besonders von Wohnmobilen befahren

Profil:
wellig

Wetter:
8°C am Morgen; max. Temperatur 10°C, grauer bedeckter Himmel,
weitgehend trocken
mäßiger Seitenwind von O

10. 30 Uhr
Nach dem Frühstück um 9.00 Uhr und einem Fehlversuch konnte sich Andi seine Bankkarte wieder holen. Die nette, junge Hotelbesitzerin hatte es schließlich telefonisch geregelt. Eigentlich ist die Bank nur donnerstags geöffnet; die Mitarbeiterin war jedoch wegen eines Kundengespräches vor Ort. Glück gehabt. 

Die Hotelchefin erzählte auch, dass hier Anfang Juli noch 5 cm!!! Schnee lagen.

Am Ortsausgang von Hetta entschieden wir uns dann endgültig für die weitere Route nach Norden in Richtung Kautokeino, nachdem wir zunächst, zwiespältig, 200 Meter Richtung westwärts Richtung Käsivarsi, dem sogenannten "finnischen Arm" gefahren waren. 

Finnland ...
Die Straße verläuft durch relativ unbesiedeltes Gebiet; ab und an ein Haus, sonst nichts als Wildnis und Sümpfe. Interessant ist außerdem, wie klar definiert hier die Baumgrenze verläuft: in Hetta noch zahlreiche Nadelbäume. Nach 50 km nordwärts sind die nur mal noch vereinzelt vorzufinden. 

Ansonsten prägen niedrige Krüppelbirken oder Birkenbüsche neben dem typischen Blau- und Preiselbeerwaldboden die Landschaft. 

...=...
... Norwegen
Im letzten vereinzelten Häuschen vor der Grenze ergänzten wir unsere Vorräte. Hier trafen wir ein Pärchen aus der Schweiz, welches gerade vom Nordkap zurückkehrte. Gutes Wetter wäre etwas anderes, erzählten sie. Unseres war heute auch grenzwertig, denn durch den Wind fühlte sich alles viel kälter an. Sandi, die zwischendurch mal nasse Socken bekam (krrr :(  ...), spürte das sehr deutlich und wechselte noch 2x. Durch den Fahrtwind wedelten sie aber auch in nullkommanix wieder trocken.

Kurz vor Kautokeino (3000 Einwohner und 100.000 Rentiere) gab es einen kleinen Campingplatz am Flussufer. 

Die Campingplatzbesitzerin war eine ziemlich eigenartige und nicht besonders sympathische Person. Auch das Ambiente wirkte herunter- und in die Jahre gekommen. Und an die norwegischen Preise müssen wir uns erst wieder gewöhnen: für eine muffige Hütte, 15 m2 groß 50 € und für 6 min. warm duschen 10 Kr = rund 1€. Das muss nicht gleich wieder sein.

Hier trafen wir auch auf einen Vater aus Bergkamen, der mit seinen erwachsenen Söhnen mit dem Wohnmobil zum Nordkap unterwegs ist und in einer Woche 3500 km gefahren war.