Donnerstag, 20. Juli 2017

Zwischen den (Regen)Fronten

20. Juli ■ Paltamo - Puolanka  (S/84; A/95 km)

Kirche in Paltamo
Genau zwischendurch, zwischen dunklen Wolken zur linken und rechten Seite. Welch' ein Glück; der Gegenwind blies kräftig und wir blieben trocken. (Auch wenn Sandi dabei das Gefühl des Umfallens hatte.) Ein riesiger Regenwirbel kreiste nämlich um uns herum. Die wenigen Regentropfen des Tages fielen mit unserer Ankunft zusammen.

Abgeholzt
Nach einem einfachem, aber völlig ausreichendem Frühstück in unserem Nachtlager Kainuun Opisto (eine Art Jugendherberge und scheinbar ein Förder- und Bildungszentrum für Behinderte bzw. Schulungszentrum) fuhren wir die 7 km nach Paltamo, um die Vorräte aufzustocken. 

Vor dem Supermarkt hatten wir wieder einmal die Aufmerksamkeit eines interessierten Finnen, welche einen kurzen Smalltalk ergab. Für uns ist das insofern etwas Besonderes, weil es hier im Land nicht der Mentalität der Leute entspricht. Die Zurückhaltung ist das "Normale".

Zwischen Paltamo und Uva 
- ziemlich allein -
Im Anschluss folgten wir einer tollen Ministraße, welche uns 19 km asphaltiert und fast verkehrsfrei nach Uva führte. Weiter auf der Straße Nr. 888, ausgebaut wie eine große Landstraße (je größer die Nummer, also hier dreistellig, desto unbedeutender). Gefühlt kamen dort maximal 10 Autos pro Stunde. Das Radeln ist dort so angenehm, dass wir erst nach über 50 Kilometern, nach einem nicht enden wollenden Berg, das Mittagspäuschen einlegten.

Auf dem letzten Drittel der Strecke stießen wir wieder auf die Straße mit der Nummer 78 (die bald unsere einzige Straße nach Norden sein wird), um am Ende noch mal 20 km über Schotter zu strampeln. Alles in allem war's eine gute Mischung heute und die ersten 1000 Kilometer sind nun auch voll.

Kleine Brücke führt kleine Straße über kleinen See
"Hält"
Was heute besonders auffiel, dass mit abnehmender Seendichte und damit möglicherweise Feuchtigkeit, die Bäume etwas kargerer aussehen und nicht mehr so üppig grün sind. Auch nehmen nun wieder die Birken-(wälder) zahlenmäßig zu. Die Holzgewinnungsflächen, die von überschaubar bis riesig sind, folgen immer einem ziemlich einfachen wie genialem Prinzip: Es wird sehr gründlich abgeholzt und ein Teil des abgestorbene Geästs liegen gelassen sowie ein paar Bäume oder Baumgruppen sozusagen als Samenspender. Dann sät sich die neue Schonung selbst aus.

Unser Ziel erreichen wir 17. 15 Uhr; es zog sich doch gefühlt ganz schön hin. Der Empfang war etwas mürrisch und Andi empfand die Mini- Hütte für 40 Euro überteuert; doch es zog gerade eine Regenwolke heran ... und so nahmen wir den "sauren Apfel".